Augen zu.
Gedankenlose Stille.
Fast bedenkenlos.
Ich bin heute dankbar für die Ablenkung, die mir zwei Stunden Deutsch Lk zuteil werden ließen. Ich bin dankbar für die Worte und das Lachen und das vertraute Gefühl. Ich weiß nicht, wie ich das anders, besser beschreiben soll.
Ich bin heute dankbar für das Verständnis. Für die Warnung, für den kleinen Wach-auf-Schlag und die Schützenhilfe. Für das Wissen, dass sich jemand sorgt und kümmert. Für eine Schulter.
Es ist dieses Erschöpfungsgefühl. Nicht der Körper, aber die Seele. Dieses laute Seufzen, wenn es wieder daran geht weiterzudenken und dabeizubleiben. Geht das noch weg? Oder ist DAS nur die frühe Dunkelheit? Die Kürze des Tages? Und die Sehnsucht nach Sonne?
Neuigkeiten. Ein bisschen Hydra-mäßig. Schlägt man einen Kopf ab, wächst ein neuer, gefährlicherer nach. Der Vergleich hinkt. So schlimm ist es nicht. Es bringt mich einfach nur zum Nachdenken.
Folgendes:
Gewalt erzeugt Gegengewalt. Gewalt ist eine Aktion. Erzeugt jede Aktion folglich auch eine Reaktion? Muss sich aus einer bestimmten Situation gleich eine andere ergeben? Erzwingt ein Wort das darauf Folgende? Ich bin nicht sicher. Also vermute ich. Es gibt Aktionen, die so offenbar keine Reaktion mit sich bringen. Oder es scheint zumindest so. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es Aktionen gibt, auf die keine Reaktion folgt. Vielleicht ist sie einfach zu klein, zu unbedeutend, oder schlicht zu unwahrscheinlich, um sie bewusst wahrzunehmen. Ich vermute also. Jede Aktion erzeugt eine Reaktion. Da eine Reaktion eine gewisse Form der Aktion ist, erzeugt auch diese wiederum eine Gegenreaktion. Ein Kreis. Ein Handlungskreis. Und irgendwann gleicht der Anfang dem Ende.
Wenn ich also richtig liege, könnte ich weiter vermuten, dass ein Tropfen eine Welle geschlagen hat. Dass die Welle auf ein Ufer zurollte. Dass die Welle brach. Dass weitere Wellen entstanden undsoweiter undsofort... Das stetige Kommen und Gehen des Meeres, das ständige Ringen zwischen Anziehung und Abstoßung, der Kampf von Aktion und Reaktion.
Es wäre fatal. Wenn ich damit Recht hätte. Wenn meine Vermutung sich bestätigen würde. Das streut Gedanken in meinen Kopf, die sich wirklich nicht gut anfühlen, die unangenehm drängend sind. Es wäre einfach fatal. Und obwohl es so einfach ist daran zu glauben, dass ich Recht habe, nicht nur, weil allein meine Arroganz und mein Stolz mich davon überzeugen, sondern auch, weil es so unnötig viele Hinweise gibt, überzeuge ich mich davon Unrecht zu haben. Weil es mit Sicherheit nicht das Leichteste ist. Aber das Beste.
Hätte ich auf Papier geschrieben, ich hätte an das Ende des vorausgegangenen Satzes energisch einen Punkt gesetzt. Um zu demonstrieren, wie ernst ich das meine. Es würde mir das Herz brechen, wenn sich einmal mehr herausstellt, dass einige Leben aus unendlichen Wiederholungen bestehen. Dass aus Fehlern nicht gelernt wird. Und dass die Abwandlungen ein und desselben Moments in ihrer ureigenen Zwangsläufigkeit letzendlich einen tragischen Kreis bilden.
AnKa und ich sind jetzt Intendantinnen. Oberbefehlshaber. Übermenschen sozusagen. Wir halten das imaginäre Zepter des Literaturkurses in der Hand. Ein kleiner Schritt in Richtung Weltherrschaft. Sozusagen...
Nicht, dass man ich wieder falsch versteht. Dass es mir gut geht war doch heute unübersehbar?!
Au revoir mes amis...
" I had a dream that I was falling down
There's no next time around
A storm wastes its water on me
But my life was free"
Dienstag, 23. November 2010
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Ach Jacky...die Deutschstunde war herrlich! "Darf ich auch noch was sagen?!" - "Ja, bitte."
AntwortenLöschenUnd ich denke, dass vielleicht eine energische NICHT-Reaktion genauso eine Reaktion ist.
Und wenn du immer sagst, dass du keine Ahnung von Physik hast, stimmt das auch nicht. Denn in der Physik heißt es "Jeder Punkt einer Welle ist immer Ausgangspunkt einer neuen Welle."
Hab dich lieb! :)