Montag, 6. Dezember 2010

Halt mal.

Suspekt.
Und mit supekt meine ich vollkommen sinnfrei.

Die Klausuren gehen wieder los. Es ist wieder Zeit sich unnötigerweise in 3-4-stündiger Arbeit vollkommen leer zu schreiben und leer zu denken. Ein Glück, dass ich Texte verfassen eigentlich relativ entspannt und wenig nervtötend finde. Was man von Zahlen und Rechenoperationen nicht gerade sagen kann. Aber das hat ja noch ein bisschen Zeit.
Keinen Run gemacht. Auch keine 2 Stunden extra- Englisch. Eine kleine Erkältung und akute Unlust in Kombination haben mich davon abgehalten. Ich sollte eigentlich auch Englisch lernen. Aber es gibt soviel schönes Anderes, das man tun kann. Wäsche aufhängen. Nudeln kochen, mit meiner MaMa Konversation betreiben, Jersey Shore gucken. Halten wir also fest, dass ich heute sehr viel getan habe, was ich eigentlich hätte lassen sollen und sehr viel gelassen habe, was ich eigentlich hätte tun sollen.
Aber mal im Ernst...habt ihr schonmal Jersey Shore geschaut? Das ist so ziemlich die beste Reality Show dieses Jahrhunderts. Unglaubliche gebräunte Menschen ohen Stil und Verstand betrinken sich Tag für Tag, huren wild rum und prügeln sich ab und an. Glitzer und Leopardenmuster und Ed-Hardy-Klamotten. Ach und Bräunungsspray. Jede Menge davon. Davon mal abgesehen sind diese Menschen so unterhaltsam und witzig, dass selbst mir manchmal die Worte fehlen. Unterhaltung auf höchstem Niveau, weil genau das dieser Show mal so vollkommen fehlt.

Es war heute ein bisschen einsam ohne Lieschen, aber nicht so schlimm wie ich dachte. Auszuhalten. Die Beste heute nur kurz gesehen.

Ich bin eine Dramaqueen. Ich denke das dürfte hier allen zur Genüge bekannt sein. Ich übertreibe gerne und bewerte noch viel lieber über. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Leben irgendetwas zwischen Tragikkomödie und schlechtem Horrorfilm ist. Ich mache gerne große Gesten und benutze komplexe, kryptische Satzgefüge. Ich bin gerne eine Dramaqueen. Aber...und es ist kein kleines, sondern ein ausgewachsenes, großes aber...ABER das ist noch gar nichts, wie mir in den letzten Tagen bewusst wurde.
Ich stehe hier gerade vor der Frage, wie zur Hölle es möglich ist so maßlos dramatisch zu sein. Ich habe selten soviel übertriebene Theatralik und soviel Pathos auf einem Fleck erlebt. Und ich bin mit mir groß geworden. Ja, das Leben ist tragisch und ja, manchmal sieht es ein bisschen aus wie eine Telenovela, aber Entschuldigung, das ist doch schlimm genug. Da muss man dann auch mal die Kirche im Dorf lassen und es nicht noch schlimmer reden. Bei meiner ganzen, großen Liebe zur Dramatik, aber die Übertreibung zu übertreiben ist doch sehr suspekt. Und mit suspekt meine ich vollkommen schwachsinnig.
Das musste mal raus. Jetzt fühle ich mich seltsam erleichtert.

Ich werde mir gleich nochmal alles Englische angucken und hoffen, dass 3 Doppelbögen morgen ausreichen. Anscheinend ist ein akuter Mangel an randlosen, linierten Heften über die Menschheit hereingebrochen. Komische Sache.
Übrigens stecke ich im Moment etwas weniger in meinem Kopf fest als sonst. Das erlaubt mir weiter herrlich-komischer Stimmung zu sein.

Au revoir mes amis...

" And it makes me feel so fine, I can't control my brain."

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