Freitag, 3. Dezember 2010

Abschied

Für eine Weile.
Wahrscheinlich für eine längere.
Für eine lange, große Weile.

Tränen.
Natürlich hat sie geweint. Das mit dem light-Abschied hat so gar nicht geklappt. War vermutlich ein blöder Plan. Sie sah so traurig aus.
Das Lieschen verabschiedet. Fürs erste. Zumindest von der Schule. Und eins ist uns jetzt schon allen klar, vermute ich: Sie wird fehlen. Am Anfang sehr. Und mit der Zeit jeden Tag ein bisschen weniger. Aber das wird sie. Uns fehlen. Mir auf jeden Fall.
Und eigentlich finde ich, dass sie mehr als eine Abschiedparty verdient hat. Eigentlich hat sie 100 Abschiedsparties verdient.

Und eigentlich halte ich es für sehr egozentrisch jetzt zu schreiben wie ich mich damit fühle, weil ich glaube, dass es für sie tausenmal schlimmer ist. Ich tu es trotzdem, damit ich das für heute ruhen lassen kann.
In der Schule, bei den Umarmungen, den blöden Witzen, um die Tränen zu vertreiben, habe ich mich bemüht. Ich musste mich bemühen. Ich glaube, es hätte es nur schwerer gemacht, wenn ich auch noch angefangen hätte zu weinen. Auf dem Weg nachhause war es noch ok. Und dann als ich zuhause war und meine Mama kam, kamen mir ihr auch die Tränen. Und ich habe geweint, weil ich traurig darüber bin eine Freundin gehen lassen zu müssen. Egoistisch. Weil ich sie gerne hier gehabt hätte, neben mir im Englischunterricht. Weil ich gerne noch mehr mit ihr gelacht hätte. Weil die gemeinsame Zeit viel zu kurz war. Weil mir die Gespräche mit ihr fehlen werden und ihre ruhige Art. Weil ich bis heute immer wusste, dass sie da ist. Es ist ganz einfach. Diese Dinge machen mich gerade traurig. Auf der anderen Seite weiß ich, dass wir noch einen Tag haben, an dem wir miteinander lachen können und Erinnerungen sammeln und richtig voneinander verabschieden. Und ich weiß, dass sie mit dem Umzug wahrscheinlich glücklicher ist. Also mischt sich unter meine Tränen ein kleines Lächeln.

Zeit. Wir wissen, dass wir nicht genug davon haben und denken uns nichts dabei, bis wir merken, dass wir viel viel viel zu wenig davon mit den Menschen verbringen können, die wir gerne um uns haben.
Ich blicke gerade zurück auf etwas mehr als ein Jahr. Freundschaft. Teil unserer Gruppe, Clique, was auch immer. Das ist sie und ich denke, das wird sie noch eine ganze Weile bleiben. Es sind große Fußabdrücke, die sie hinterlassen wird. Und ich weiß jetzt schon, dass Montag blöd wird.
Bis wir ihren Abschied gebührend feiern. Bis wir uns noch einmal verabschieden. Bis wir uns wiedersehen. Denn das werden wir.

Ich glaube, wir dürfen es uns alle erlauben für einen kurzen Moment traurig zu sein. Um mit einem Lächeln "Auf Wiedersehen" sagen zu können. Wenn es soweit ist.

Au revoir mes amis...

" You can never say never
while we don't know when
time and time again
younger now then we were before -
we're falling apart
and coming together again and again
we're growing apart
but we pull it together
pull it together, together again"

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