Es wäre wahrscheinlich besser einfach nichts mehr dazu zu sagen.
Einfach zu schweigen und die dröhnende Stille und die vorwurfsvollen Blicke zu ignorieren und weiterzumachen wie bisher: Einer Konfrontation aus dem Weg gehen.
Tue ich nicht.
Obwohl ich es besser wissen sollte, aber ich werde jetzt auch mal was sagen, was mir lange lange auf der Seele liegt und gehört werden will. Ich weiß ihr wollt es nicht hören aber zur Not klickt einfach weiter.
Ich bedaure es zutiefst, dass das,was passiert ist ohne zu passieren oder das was nicht passiert ist, Menschen, die mir am Herzen liegen- und ich sage das jetzt nicht weil ich das sagen muss, sondern weil es so ist- verletzt hat. Immernoch verletzt. Mich dafür zu entschuldigen ist müßig, denn rückgängig machen kann ich es nicht. Will ich auch nicht. Es wäre auch zu einfach die Schuld irgendwem, irgendwas anderem zuzuschieben. Ich spiele gerne den Sündenbock, aber es kommt jetzt das, was seit Wochen immer im Raum hängt.
Das riesengroße, unübersehbare ABER, das seit Wochen über uns schwebt.
Ich habe geweint. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Ich gebe mir zu einem nicht unerheblichen Teil die Schuld an was auch immer. Ich habe mich bis jetzt jeden Tag ein bisschen schlechter gefühlt. ABER...
Ich muss mich nicht rechtfertigen. Ich muss es einfach nicht, weil ich es letztendlich bin, die mit meinen Entscheidungen leben muss. das klingt herzlos und egoistisch und genau das soll es auch. Ich werde einmal in meinem Leben das tun oder lassen, was für mich das Beste ist. Ich werde mal keine übertriebene Rücksicht auf die Menschen in meiner Umgebung nehmen, denn eine Sache habe ich gelernt. Es lässt sich nicht nie nicht vereinbaren Rücksicht zu nehmen, dabei aber die eigenen Wünsche zu erfüllen. Schließlich muss man immer feststellen, dass die anderen zufrieden sind und bei einem selbst immer nur ein fahler Nachgeschmack zurückbleibt. Ich bin es leid immer zurück zu stecken und die gute Freundin zu sein, die ihr letztes geben würde, damit die Menschen, für die sie Verantwortung trägt glücklich sind. Ich bin es leid mir jedes bisschen Scheiße auf die Seele zu laden, was mich eigentlich nicht berühren sollte. Ich bin es leid meinen Mund zu halten und die Worte, die mir auf der Zunge liegen runterzuschlucken.
Ich habe das bisher getan. Alles das und ja ich bin so arrogant und sage das jetzt einfach mal so. Ich bin es leid dauernd den kürzeren zu ziehen.
Wenn das böse klingt und auch das soll es teilweise, dann liegt das daran, dass ich wirklich wirklich wirklich müde bin immer das zu tun, was andere von mir erwarten. So als gute, als beste oder einfach nur als Freundin. Ich bin müde meine Bedürfnisse denen der anderen unterzuordnen.
Ich habe nicht vor das ganz abzustellen. Das geht vermutlich gar nicht. Denn das gehört auch zu einer Freundschaft. Man opfert einen Teil seiner selbst, dem oder der anderen zuliebe. Man tut das, um überhaupt etwas wie eine tiefe Freundschaft zu erschaffen und zu erhalten. Man tut das, weil eine Freundschaft sonst nicht funktionieren würde. Ich tue das. Aber zu viel.
Ich bin müde, dass offenbar alle immer nur die guten Seiten einer Freundschaft sehen wollen und dann fliehen oder abblocken, sobald es etwas komplizierter wird. Leben ist kompliziert. Die richtigen Entscheidungen zu treffen ebenso. Eine gute Freundin zu sein auch. Es erfordert eine gewisse Anstrengung.
Es geht mir nicht darum die Schuld irgendjemand anderem zuzuschieben. Ich will gar nicht bestreiten, dass ich Fehler gemacht habe. Wenn man das überhaupt so nennen kann. Ich will es eigentlich nicht Fehler nennen. Denn das einzige, was ich mir tatsächlich vorwerfen kann ist rein menschlich egoistisch gehandelt zu haben. Es ist legitim "falsche" Entscheidungen zu treffen. Davon kann sich niemand freisprechen.
Ich sehe das ein. Ich mache Fehler, ich verletzte Menschen und ich tue das in dem vollen Bewusstsein der Konsequenzen. Aber, und da ist es wieder dieses riesengroße ABER um das ich ausnahmsweise mal keinen Bogen mache, schlussendlich ist es meine Sache, ob ich mit eisigem Schweigen, mit unterschwelliger Wut oder offenen Angriffen leben kann. Schlussendlich zählt, ob ich und niemand anderer mein Gewissen ertrage oder nicht. Ich muss damit leben. Und ja ich weiß, dass meine Entscheidungen das Leben von anderen Menschen stark beeinflussen oder es zumindest haben. Wie gesagt...ich bin müde mich dauernd zurückzunehmen, um des lieben Friedens willen. Schreit mich an, schlagt mich, seid wütend auf mich, ihr habt da wirklich ein Recht drauf, denn das was ich gemacht oder gesagt oder gefühlt habe war nicht falsch, es war nur enttäuschend. Ich glaube, das ist es, was euch am allermeisten wütend macht. Dass ihr mehr von mir erwartet und ich dieses Vertrauen in mich enttäuscht habe. Da lässt sich nichts beschönigen.
Ich habe nur noch eine Sache zu sagen bevor ich diesen Post endgültig beende und wahrscheinlich morgen von Blicken erdolcht werde, die zwar völlig berechtigt, aber gleichzeitig etwas ungnädig sind.
Ihr sollt meine Entscheidungen nicht billigen, mein Verhalten sollt ihr nicht verstehen können. Ich würde mir nur wünschen, dass in solchen Momenten mal jemand kommt und sagt: " Ich verstehe dich nicht, aber ich stehe zu dir, ich stehe hinter dir." Denn und auch das klingt wieder ein bisschen wütender als beabsichtigt ich würde das tun. Freundschaften bestehen nicht nur aus den guten Zeiten. das ist der Witz daran.
Das wars von mir.
Au revoir mes amis
Sonntag, 27. Juni 2010
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es ist nicht falsch an sich zu denken und ab und zu sich selbst vor andere zu stellen. finde ich. aberich finde es falsch etwas zu versprechen was man gar nicht möchte.
AntwortenLöschen...freundschaft heißt meiner meinung nach nicht blind alles zu bejahen was der andere tut, sondern trotzdem zu hinterfragen und dem anderen zu sagen was man denkt und ihm ein feedback zu geben, denn ein freund der sowieso nur das sagt was ich hören will ist nichts wert...