Geschrieben. Eine Menge. Eine Menge wieder wegradiert. Immer auf der Suche nach der perfekten Formulierung. Dem Satzgefüge, dass am Rande dessen steht, was ich eigentlich sagen möchte. Das ironischer klingt als es ist. Das verschleiert, was eigentlich in Großbuchstaben gedruckt sein sollte.
Es geht darum, dass ich nie sicher bin, ob es angebracht ist zu sagen, was zu sagen ist. Ob ich nicht einen Schritt zu weit gehe und Gefühle verletzte, die ich nicht verletzen möchte. Oder irgendein vages wasauchimmer kaputt mache. Weil ich dieses Talent nunmal habe.
Ich habe es aufgeschrieben. Zweimal, dreimal, in feiner enger Schrift auf ein weißes Blatt. Auf zwei, auf soviele gedankliche Blätter. In blau, in schwarz. Am Ende war es ein Konstrukt tiefer Ironie. Ein nichtmal ansatzweise ernstes und ernst zu nehmendes Wortgebilde. Das sollte es sein. Es sollte so weit an dem vorbeigehen, was wahr ist und so nah dran sein, dass man es ein bisschen ahnen kann. Nur nicht zuviel verraten. Ich hülle meine Wahrheit in wohlgewählte Worte. Ich rede drumrum und dran vorbei und bin dabei ein bisschen ehrlich als sonst.
Und vielleicht merkt man es schon ein wenig. Im Sub-sub-subtext. Dass das Geschriebene DAS sagt, was es sagen soll und nicht dass, was es tut. Manchmal ist der erste Klang nicht der Richtige. Und manchmal schon.
Was ich sagen will: Es ist der schmale Grad, der mir jedes Mal das Genick bricht. Der das kippen lässt, was nicht kippen soll. Und ich denke dann, hey, so schwer ist es nicht, das Wichtige auszusprechen. Weil das einzige, das fehlt, der Mut ist. Man schlägt beim Fallen entweder der Länge nach hin oder strauchelt nur. Und ganz selten kommt es vor, dass der Fall eher ein Flug ist und das Ende eine sanfte Landung.
Die große Frage, die am Ende steht: Wenn es der Punkt, der Mensch, der Ort, die unmittelbare Situation wert sind, und wir uns dessen bewusst, sogar sicher sind, was hält uns ab einfach radikal ehrlich zu sein? Komme, was da wolle, einfach auszusprechen, was doch so unbedingt rauswill? Und ich rede davon und weiß, dass es die Angst vor Zurückweisung ist, vor geschlossenen Türen und vernagelten Fenstern. Also lassen wir es. Und bevor die ungesagten Worte jemand anderes verletzten können, lassen wir sie lieber uns verletzten, ein bisschen nur, in kleinen feinen Stichen. Und die Feigheit ist am Ende des Tages nicht so schlimm, wenn wir wissen, dass wir um einen Misserfolg herum gekommen sind.
Nur was wäre, wenn wir zur Ausnahme mal Erfolg hätten?
Mittwoch, 14. Dezember 2011
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