Dienstag, 4. Oktober 2011

Today's blues

Es ist kalt. Kalt und windig. Und nach der wunderschönen, goldenen letzten Woche ist dann auch der Herbst angekommen.
Nachhaus gekommen, um mich schlecht zu fühlen. Der Weg war schon eher weniger gut. Mit jedem Schritt wurde ich ein klein klein wenig trauriger. Warum auch immer, manchmal hat man das ja. Vielleicht lags an der Kälte, vielleicht hat sich das auf meine innere Balance ausgewirkt. Ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich mich wirklich nicht gut gefühlt. Habe mich ins Bett gelegt mit dem festen Plan einfach zu schlafen und konnte es nicht. Meine Gedanken haben seit langer Zeit mal wieder keinerlei Ruhe gegeben.
Und mir fiel auf, dass die Gedankenstürme in der letzten Zeit deutlich weniger waren als ich es gewohnt bin.

Es lässt sich darüber streiten, ob das jetzt eine gute oder weniger gute Sache ist. Ich kann nicht sagen, dass mir das Dauerzerdenken auf bestimmte Art und Weise gefehlt hat. Nur als es dann da war, dachte ich mir, dass Melancholie einfach auch mal schön ist. Auch traurig, und zwar so sehr, dass ich weinen musste, ein klein wenig und dass ich weinen wollte. Dass ich es getan habe. Und es dann besser war.

Ein Mensch verträgt nur ein gewisses Maß von allem. Nur ein bisschen Ärger, nur ein bisschen Wut und im Gegengewicht nur ein bisschen Glück. Was ich sagen möchte: Zwischen tausend guten Tagen muss irgendwann mal ein schlechter stecken. Einfach weil das kosmische Gleichgewicht sonst nicht gewährleistet ist. Wie will man ohne irgendetwas Schlechtes je erkennen, was wirklich gut ist? Ihr versteht, was ich meine.
Es ging mir in der letzten Zeit so gut. Ich war so zufrieden mit allem, vor allem mit der Welt und mit mir. Zuviel Gewicht auf der einen, zu wenig auf der anderen Seite. Ich hatte einen schlechten Tag verdient. Einen traurigen Tag, an dem mir dann auch mal auffällt, wieviel Glück ich hatte in den letzten Monaten. Was alles wirklich gut läuft. Dazwischen aber auch, was das nicht tut.

Was mir außerdem auffiel: Weinen beruhigt ungemein. Besonders wenn meine MaMa mich tröstet. Wie ich mich danach gefühlt habe: erleichtert. Und (immer noch) zufrieden. Das schlechte Gefühl war plötzlich weg. Nicht vollends, nicht restlos, aber der größte Teil. Madame ist durch die Stadt gelaufen, ein bisschen Geld ausgegeben, Menschen beobachtet und gelächelt. Erst verhalten und dann ein bisschen breiter. Bis es schließlich auch wieder für ein Lachen gereicht hat.

Und ich hatte die Vermutung, dass ich mich nach den Sommerferien und nach der Erkältungszeit erst wieder an Komplettstress gewöhnen muss. Stress auch im positiven Sinn.

So sieht es aus. Die Schule nervt, klar, und die Arbeit auch. Aber die Pausenzeit ist momentan alles zwischen gut und großartig und das macht mich ein klein wenig zufriedener.

Au revoir mes amis..

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