Dienstag, 20. September 2011

Notruhe

Ok.
Durch eine Nacht voller Schmerzen gequält. Aufgewacht mit dem Bedürfnis meinen Kopf einfach abzunehmen und in den Müll zu schmeißen.
Was es war, das mir den Schlaf raubte und meinen Kopf zum explodieren brachte? Man nennt es landläufig Mittelohrentzündung inklusive Trommelfellanriss. Und nein, die harmlose Bezeichung dieser Krankheit beschreibt nicht annähernd die Schmerzen. Ich heule jetzt einfach mal ein bisschen rum.

Beim Arzt gewesen. Bis Freitag krankgeschrieben, Antibiotika für 10 Tage verordnet bekommen mit der Anweisung einen Gang zurückzuschalten. Der liebe Doktor sagt, mein Ohr spiegelt meinen Lebensstil wieder: chaotisch, gestresst und dauerhaft angespannt. Unbedingte Ruhe und viel Schlaf seien jetzt die beste Medizin. Ach, und Lachen. Weil ich mich auch genau danach fühle. Der Moment, in dem ich die Praxis verließ, war ein Erkenntnisaugenblick: Wirklich gesund ist das, was ich grade mache, nicht wirklich. Zuviel Unruhe, Arbeit, Stress ( zwar guter Stress, aber trotzdem Stress). Zuviel Unordnung und Zukunftsangst.
Deswegen hat Madame sich vorgenommen mit letzterer Baustelle anzufangen. Studienberatung und so. Informationssammlung. Um nicht im kompletten Wahnsinn zu versinken. Den ersten Einschätzungstest gemacht. Beziehungsweise den zweiten meines Lebens. Das Ergebnis war...meinen Erwartungen entsprechend, obwohl ich offenbar doch Sozialwissenschaften studieren sollte. Die Unbedingten Anforderungen erfülle ich zu 100%, die wünschenswerten zu 78%. Genau wie bei Germanistik. Sollte sich Fräulein Öko etwa in mir getäuscht haben, damals im Sowi-Unterricht? Man weiß es nicht.
Die Frage, die ich mir dann gestellt habe: Weiß ich nicht eigentlich schon, was ich machen will?
Eine kleine, stille Antwort: Ja. Schreiben. In irgendeiner Form. Die irgendwie rentabel ist. Nur Schreiben. Am liebsten mein ganzes Leben lang.
Die große Antwort dahinter: geht nicht. Zumindest nicht, ehe mein Roman nicht fertig ist. Und das sieht eher nach einer Endlosaufgabe aus. Also wird es irgendetwas Untraumhaftes. Richtung Germanistik/Journalismus/Medien-und Kommunikationswissenschaften und schlussendlich Pädagogik. Ein großes Wirrwarr an Auswahlmöglichkeiten. Aber ich habe so ein Gefühl, dass ich irgendwo in den Untiefen meiner Seele weiß in welche Richtung es schließlich kippen wird.
Bis dahin gebe ich mich der Notruhe hin und versuche mich ein wenig zu befreien von der leichten Panik. Und siehe da, Schlaf und Entspannung helfen mich ein bisschen zu beruhigen.

Sonst siehts betont rosig aus. Blauer Himmel und so. Alles im äußerst grünen Bereich. Und ja, ich werde langsam Optimistin. Ist das zu glauben? Man erinnere sich an die Anfänge dieses Blogs. Den obligatorischen Menschenhass. Den Hang zum Schwarzdenken und -malen. Könnte sein, dass das kleine, vom Leben enttäuschte Teenagermädchen irgendwann erwachsen geworden ist. Oder zumindest einfach fröhlicher. Egal, was es ist, es ist ein wirklich gutes Gefühl.


Soviel von mir. Au revoir mes amis...

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