Es ist kalt.
Eisig und schneidend kalt.
Und meine Hände laufen erst rot und dann blau an. Nicht, dass ich keine Handschuhe tragen würde, aber die unterirdische Kälte meines Inneren setzt sich gegen jede Art von Bekleidung durch. Gänsehaut ist die Folge. Es gibt ja auch positive Gänsehaut. Wenn man Angst hat, nervös ist, verliebt oder oder oder. Unangenehm angenehmes den-Rücken-runter-rieseln. Aber die ist es nicht. Es ist die böse Gänsehaut. Die Gänsehaut, die einen zum Zittern bringt und nicht weggeht. Die Schauer um Schauer die Wirbelsäule hochjagt und alles einfriert, das auf dem Weg liegt. Falls man es noch nicht bemerkt haben sollte...Ich friere.
Gerade nicht. Ich habe mich in mein Joggingzeug geschmissen, in den H&M-Schwangerschaftsmantel gewickelt, mich in meiner Fleecedecke eingerollt und Grünen Tee mit Zitrone getrunken. Und mittlerweile haben sogar meine Hände eine annehmbare Temperatur um 3 Grad Celsius erreicht. Nur generell friere ich. Wegen des Windes. Und des Schnees. Die Dächer sehen hübsch aus. Irgendwie unschuldig mit ihrer weichen Schneemütze.
Eigentlich sollte ich ja noch im Literaturunterricht sitzen. Aber aus einem Anflug von akuter Motivationslosigkeit und Unlust habe ich gemeinsam mit der Besten beschlossen den Nachmittag frei zu nehmen. Soll gut für die Gesundheit sein, habe ich mal gehört. Ich fühle mich jedenfalls schon sehr viel weniger krank. Ich weiß. Es war dreist einfach zu gehen, wo Frau Stengel sich doch immer soviel Mühe gibt. Was soll ich sagen? Ich bereue es. Tief und innig. Ach ne...doch nicht.
In der Pause ein Gespräch über Liebe und Beziehungen geführt. Und wieder einmal bemerkt, dass ich komplett und unwiederruflich Mädchen bin. Voll und ganz. Die Ansichten haben sich geähnelt. Es ist die gleiche Sehnsucht, es sind die gleichen Wünsche, Vorstellungen, Hoffnungen. Es ist naiv, romantisch und ein bisschen realitätsfern. Man könnte auch sagen utopisch, aber realitätsfern klingt optimistischer. Kurios waren die bohrenden Fragen. Die in Zurückhaltung gekleidete Sensationslust. Vielleicht war es auch bloß tatsächliches Interesse. Ich tendiere zu Tor Nummer 1. Aus Erfahrung. Und Intuition. Eigentlich denke ich, dass Begegnungen, Gespräche und Spaziergänge nicht zählen. Mit der Meinung stand ich offenbar allein. Ansichtssache. Ich habe mich darüber gefreut mit diesen Menschen dieses Gespräch zu führen. Wahrer Sinn und Zweck hin oder her. Im Grunde sind wir doch alle nur am neusten Klatsch und Tratsch interessiert. Weil das in gewisser Weise auch wichtig ist. Ganz nett ausgedrückt zeigt es nur, dass dieser oder jener gesteigertes Interesse an seiner Umgebung zeigt. Und das ist doch gut, oder? Das ist doch durchaus eine positive Sache. Interesse ist grundlegend für funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen. Finde ich.
Ich finde es unheimlich schade, dass das liebe Lieschen wegzieht. Nicht nur, dass ich meine Englisch-, Religion-, Fast-Mathe-, Fast-Geschichte-, Fast-Chemiesitznachbarin verliere. Es ist einfach blöd. Weil Lisa herzallerliebst ist. Und auch wenn das nicht so klingt, ich meine das absolut ernst. Seit knapp eineinhalb Jahren gehört sie zu den Lieblingsmenschen. Und jetzt dauert es nicht mehr lange und sie nennt das schöne Stade ihr Zuhause. Es macht mich traurig, aber weil ich weiß, dass sie gerne umziehen möchte, freue ich mich auch für sie. Ein Teil-Teils-Abschied also. Schade bleibt es trotzdem. Ausrufezeichen!
Ich bin noch so gar nicht in Weihnachtsstimmung. Könnte das mal bitte jemand anschalten?
Au revoir mes amis..
Dienstag, 30. November 2010
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Ähäm...tut mir jetzt grade unglaublich leid, dass ich dich da heute alleine gelassen habe, als die Fragen kamen...aber du scheinst es überstanden zu haben xD
AntwortenLöschenDas mit Lisa ist wirklich schade.... =(
Und das mit der Weihnachtsstimmung...Sieh aus dem Fenster und bestaune diese weiße Pracht! Sogar einem vollblut Weihnachtsmuffel wie mir zaubert es eine gewisse Vorfreude auf Weihnachten ins Herz!
...du könntest mir allerdings auch deine Seele verkaufen und ich spreche als Gegenleistung mal mit dem Weihnachtsmann...