Sonntag, 12. September 2010

Herzdistanz

Nachtgespenster und Albträume.
Und kein Schlaf.

Fügung.
Schicksal.
Allgemein möchte ich es als Heilkrise bezeichnen. Es muss erst schlimmer werden bevor es besser werden kann. Und das meine ich hier nicht so wie es klingt. Großartig schlimmer geworden ist nichts. Das würde bedeuten, dass es vorher schlimm war. Und das war es nicht. Es war nicht schlimm. Auch wenn ich manchmal dazu neige die Dinge zu dramatisieren, ich sage es mal ganz nüchtern. Nichts ist schlimm.
Vielleicht sind meine Erwartungen zu hoch. Vielleicht sind es Happy-Ends und Kitschromane und schicksalhafte Wendungen in verdrehten Komödien. Die Hoffnung, dass es irgendwann mal tränenreiche Einsichten im Regen, plötzliche, weltbewegende Erleuchtungen und schlussendlich tatsächlich wunderprächtige Happy-Ends gibt, die lässt sich schwer unterdrücken.
Wieso rede ich mir denn dauernd ein, dass es nicht gut so ist wie es ist? Wieso laufe ich denn so oft mit dem Kopf voran gegen die Wand? Weil es schön ist, wenn der Schmerz nachlässt. Ganz simpel. Im Grunde meines Herzens bin ich Optimistin. Und glaube trotzdem, dass der Mensch im Großen und Ganzen nicht dafür gemacht ist dauerhaft glücklich zu sein. Meine ureigene Ansicht, dass man ohne Schlechtes das Gute nicht erkennen kann. Ich schwanke. In meinem Optimismus. Ab und an fällt es schwer nicht nachzugeben. Mit der Zeit lernt man, dass Hoffen besser ist als Verzweifeln. Ich lenke mich mit dem Nachdenken über sowas ganz gut ab von Dingen, die ich nicht ignorieren kann. Aber zumindest muss ich so nicht permanent daran denken. Woran?

Die einstmals wohlgehütete Herzdistanz ist so gut wie nicht mehr existent. Das ist gut. Das war der Plan. Zu lernen, dass Tiefe zwar komplizierter und arbeitsaufweniger aber auch beständiger ist als Oberfläche war schwer. Das ist es noch. Ich gewöhne mich langsam an den Gedanken, dass ich mich auf meine Lieblingsmenschen, allen voran die Beste, wirklich verlassen kann. Mein persönliches Jahreshighlight.

Die Albträume waren schlimm. Aber das Licht des neues Tages hat auch die hartnäckigsten Nachtschatten vertrieben. Vielleicht war es das Kind in mir. Keine Ahnung. Es ist müßig die Irrungen der Psyche nachvollziehen zu wollen. Schließlich heiße ich nicht Freud.

Ich möchte keinen kalten Krieg mehr führen. Für mich ist es ein Schlussstrich. Der letzte und endgültige. Ich betrachte es neutral, weil es natürlich nicht schön ist. Aufgeben ist nicht meine Art und das tue ich nicht. Ich akzeptiere. Und vielleicht ist der Unterschied nicht groß, aber doch groß genug. Zumindest das hat die letzte Nacht an Sinn und Erkenntnis gebracht.

Die Sonne geht wie gewohnt jeden Morgen auf. Jeden einzelnen Tag. Ich sollte das nicht so häufig vergessen.

Au revoir mes amis...

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